Dorndorf-Steudnitz

Erst retten, dann feiern in Camburg: Neuer Mannschaftswagen übergeben

Den Termin im Autohaus Kalhöfer haben Michael Veit, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr von Dorndorf-Steudnitz, und seine Kameraden schon lange im Kalender stehen gehabt. Und dann sind sie doch zu spät gekommen zur Übergabe ihres neuen Mannschafts-Transportwagens (MTW).

Camburg. Wenn ein Notruf eingeht, dann ist es für Feuerwehrleute Pflicht und Ehrensache, alles andere stehen und liegen zu lassen und so schnell wie möglich zum Einsatzort zu gelangen. Der war diesmal inTautenburg, wo unter der Last des Schnees das Dach der Bauhof-Garage eingestürzt war. Die Männer umMichael Veit und seinen Stellvertreter Marco Buchwald haben die noch halbwegs intakte Dachhälfte von Schnee beräumt und die Unfallstelle abgesichert. Dann haben sie sich schnell umgezogen und sind nach unverzüglich Camburg gefahren.


Foto: Angelika Schimmel

Übergabe in der "blauen Stunde": Günther Kalhöfer vom Renault-Autohaus in Camburg (links) übergibt den speziell ausgestatteten Mannschaftstransportwagen an Bürgermeister Thomas Moritz und die Feuerwehrleute Sven Steingräber, Michael Veit und Marco Buchwald.

Dort warteten schon Sven Steingräber, Stadtbrandmeister von Dornburg-Camburg, und dessen Bürgermeister,Thomas Moritz mit Autohaus-Geschäftsführer Günther Kalhöfer. Der hat nicht zum erste Mal für die Feuerwehr ein Fahrzeug ganz nach Maß konfiguriert. "Bis auf die Karosserie und den Motor ist hier nichts von der Stange", berichtet er. Das Fahrzeug, in dem neun Personen Platz finden, ist mit Funkgeräten ausgestattet und mit dem wichtigem Blaulicht und Signalhorn ebenfalls.

"Mit diesem Fahrzeug rückt die zweite Mannschaft zum Einsatzort aus, um die Truppe die mit dem Tanklöschzug bei Bränden den Erstangriff übernimmt, zu unterstützen", berichtet Sven Steingräber. Auch die Jugendfeuerwehr werde das Fahrzeug z. B. für die Ausbildung nutzen oder um zu Vergleichswettkämpfen zu fahren. Stationiert wird der Mannschaftswagen, dessen Anschaffung die Stadt rund 37 000 Euro kostete, bei der Feuerwehr in Dorndorf-Steudnitz .Mit dem neuen MTW verfügt die Schwerpunktfeuerwehr von Dornburg-Camburg über nunmehr zwölf Fahrzeuge, vom Tanklöschfahrzeugen bis zum Technikfahrzeug für den Katastrophenschutz. Ein Feuerwehrauto mit Drehleiter hat die Wehr bisher im Fall der Fälle bei der Wehr inBad Sulza anfordern müssen.

Doch der Auftrag für den Bau eines eigenen Drehleiter-Fahrzeugs ist bereits erteilt. "Das wird unsere größte Investition für die Feuerwehr, denn das Auto kostet rund 600 000 Euro", berichtet Bürgermeister Thomas Moritz. Durch den Zusammenschluss der Orte Dornburg, Camburg und Dorndorf-Steudnitz zur Stadt Dornburg-Camburg seien die Ausrückezeiten für die Sulzaer einfach zu lang. Eine eigene Drehleiter sei notwendig. Das haben auch das Land Thüringen und der Landkreis erkannt, die 225 000 Euro bzw. 187 500 Euro beisteuern. Die gleiche Summe bringt auch die Stadt Dornburg-Camburg ein.

Die 70 Kameraden der drei gemeinsam agierenden Feuerwehren Camburg, Dornburg und Dorndorf-Steudnitz waren nach Auskunft ihres Chefs im abgelaufenen Jahr 89 Mal bei Einsätzen gefordert. "In der Mehrzahl handelte es sich um Hilfeleistungen bei Unfällen oder bei der Beseitigung von Ölspuren auf Bundes- und Landstraßen", berichtet er. Doch auch als "Geburtshelfer" haben sich die Kameraden bewährt. "Am 24. Dezember waren Rettungswagen und Notarzt auf dem Weg nach Posewitz zu einer Schwangeren, bei der die Wehen eingesetzt hatten, auf schnee- und eisglatter Straße stecken geblieben", berichtete Steingräber. "Wir haben Ölbindemittel auf rund 600 Meter Straße gestreut, so dass die Helfer noch rechtzeitig zur werdenden Mutter kamen". Das Baby sei noch am 24. zur Welt gekommen, "ein echtes Christkind also".

Angelika Schimmel 31.12.10 OTZ